Entwicklungsgruppe klinische Neuropsychologie (EKN)
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Die Interaktion segmentaler und prosodischer Strukturmerkmale bei der phonetischen Planung: Experimentelle Untersuchungen zur Sprechapraxie

Dr. Ingrid Aichert & Prof. Dr. Wolfram Ziegler

Kontakt: ingrid.aichert@ekn-muenchen.de

Der theoretische Hintergrund für die vorliegende Studie umfasst die Frage nach dem Zusammenspiel segmentaler und prosodischer Aspekte bei der phonologischen und phonetischen Enkodierung sowie die Frage nach dem Einfluss dieser beiden Faktoren auf das Fehlermuster von Patienten mit Sprechapraxie.

Die Studie beruht auf der Grundannahme, dass aus dem Störungsmuster der Sprechapraxie Rückschlüsse auf die Mechanismen der phonetischen Enkodierung gezogen werden können. Den Ausgangspunkt bildet ein Modell, wonach sprechmotorische Programme eine nichtlineare Struktur aufweisen, in der verschiedene phonetische Einheiten wie artikulatorische Gesten, Silben und metrische Füße hierarchisch miteinander verknüpft sind (vgl. Ziegler, 2009). Diese Annahme steht im Widerspruch zu Theorien, die von einer rein linearen Verkettung phonetischer Pläne ausgehen (z.B. Levelt, Roelofs & Mayer, 1999).

Im Hinblick auf das Störungsmuster von Patienten mit Sprechapraxie treffen wir im Besonderen die Vorhersage, dass segmentale Fehler (Lautentstellungen, phonematische Fehler) durch metrische Faktoren beeinflusst werden und umgekehrt prosodische Beeinträchtigungen (Pausen, Lautdehnungen) von den segmentalen Eigenschaften einer Äußerung abhängen. Während sich bisher unsere Studien zur Sprechapraxie auf die Untersuchung von Einzelwörtern konzentrierten, soll hier eine Erweiterung auf die Phrasenebene erfolgen. Daraus versprechen wir uns Antworten auf die Frage, ob die phonetischen Planungsprozesse bei Patienten mit Sprechapraxie über die Einzelwortebene hinausgehen.

dfg

 

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